Transpersonale Psychotherapie

Der Begriff "Transpersonale Psychologie" wurde in den USA in den sechziger Jahren von den humanistischen Psychologen A. Maslow, A.J. Sutich und dem Psychiater und Psychoanalytiker Stanislav Grof geprägt. Davor wurde er schon gelegentlich bei den Jungianern und von Assagioli (Psychosynthese) benutzt. Die Transpersonale Psychologie "bezieht die spirituelle und religiöse Dimension der menschlichen Psyche mit ein, ohne sich auf eine bestimmte Religionsform festzulegen" (Grof 1985). Es geht dabei um transpersonale und spirituelle Erfahrungen, die aus dem eigenen Inneren kommen und nicht um Glaubenssätze und Dogmen. "..... Die Transpersonale Psychologie schlägt eine Brücke zwischen dem Welt- und Menschenbild der Aufklärung, dem die moderne Wissenschaft - und damit auch die Psychologie - verpflichtet ist und der 'philosophia perennis', der 'ewigen' Philosophie. Damit bezeichnet man das in allen Hochreligionen der Welt überraschend ähnliche Welt- und Menschenbild der Mystiker, das sich aus deren religiösen Erfahrungen ergeben hat. Praktisch verbindet die Transpersonale Psychologie das Bemühen der modernen Psychotherapie um die Heilung der Seele mit dem Bemühen der jahrtausendalten spirituellen Wege (Meditation, Yoga, Kontemplation usw.) um ihr Heil…" (Zundel in Wörterbuch der Psychotherapie 2000)

Die "Transpersonalen Psychotherapie" entwickelte sich allmählich in den 80er und 90er Jahren und bedeutet die Umsetzung der Erkenntnisse der Transpersonalen Psychologie auf die Psychotherapie. Das Ziel der Transpersonalen Psychotherapie ist - wie auch in allen anderen tiefenpsychologischen und humanistischen Verfahren - die Entwicklung einer reifen Persönlichkeit und die Ausbildung von genügend Ich-Stärke zur Bewältigung der Anforderungen des Lebens. Darüber hinaus strebt sie, soweit die Bedürfnisse und Erfahrungen des Klienten und der persönliche Erfahrungs- und Erkenntnisstand des Therapeuten es zulassen, die potentielle Entwicklung des menschlichen Bewusstseins hin zum höchsten Bewusstsein an: das Aufgehen in einem größeren Lebensplan und die Entwicklung des Gewahrseins der Einheit allen Seins. Das "Ich" verliert dadurch nicht seine Bedeutung, aber an Wichtigkeit. Es ordnet sich einer größeren Einheit, dem "Selbst" unter und stellt sich in seinen Dienst. Ken Wilber beschreibt diesen Entwicklungszyklus vom Unbewussten ("präpersonal", Kindheitsentwicklung) hin zum Selbstbewusstsein ("personal", Entwicklung eines reifen Ich) und weiter zum Überbewussten ("transpersonal") (Wilber 1980).

Zu den "transpersonalen Therapiemethoden" zählt man heute im Allgemeinen die Analytische Psychologie C.G. Jungs, die Psychosynthese nach Assagioli, das Holotrope Atmen nach Stan Grof, die Initiatische Therapie (Graf Dürckheim und Maria Hippius Gräfin Dürckheim) und im weiteren Sinne auch die Logotherapie (Viktor Frankl) und die Daseinsanalyse (Boss und Binswanger). Darüber hinaus finden wir auch in humanistischen Verfahren transpersonale Aspekte (z.B. "awareness", das "Hier und Jetzt" in der Gestalttherapie) und viele Versuche, herkömmliche Psychotherapiemethoden mit spirituellen, schamanistischen, meditativen etc. Ansätzen zu verbinden.

HOLOTROPES ATMEN

Das von Stanislav Grof entwickelte Verfahren des Holotropen Atmens bemüht sich um eine Verbindung von Psychotherapie/Selbsterfahrung, schamanistischen und spirituellen Traditionen. Das Zusammenspiel von vertiefter und beschleunigter Atmung, Musik, Körperarbeit und intuitivem Malen induziert veränderte Bewusstseinszustände und eröffnet den Zugang zu tiefliegenden Aspekten unserer Seele, die über die gewohnte Sichtweise hinausführen und die TeilnehmerInnen in Kontakt mit verborgenen Entwicklungspotenzialen in persönlichen, sozialen und spirituellen Bereichen bringen können. Die in der Atemarbeit gemachten personalen und transpersonalen Erfahrungen stehen in einem sinnvollen Zusammenhang mit der derzeitigen Lebenssituation. Diese Arbeit kann zwar auch einzeln durchgeführt werden, hauptsächlich findet sie jedoch in Gruppen statt.
>>> Einführung in das Holotrope Atmen (pdf)

ÖATP - Österr. Arbeitskreis für Transpersonale Psychologie und Psychotherapie

Transpersonale Psychologie und Psychotherapie, Holotropes Atmen
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